
Der Drink zum Film: Margarita de Fresa mit frischen Erdbeeren, Tequila Blanco, Triple Sec, Limettensaft und vielen Eiswürfeln gemixt
“Desperado” (Columbia Pictures, 1995) – “Carolina, did I thank you?”, “No.”, “I will.” – Robert Rodriguez gelang 1992 mit “El mariachi” ein sensationelles Thriller-Debüt, das Kultstatus erreichen sollte in den Jahren darauf. Entstanden sind zwei weitere, deutlich kommerzieller angehauchte Filme mit Starbesetzung, “Desperado” und “Irgendwann in Mexiko“. Mit Leidenschaft, heißblütig und eiskalt zieht darin Antonio Banderas mit Gitarrenkoffer in die Schlacht – nicht unbedingt sinnvoll, aber durchaus bedingt sehenswert. Zufälligerweise war ich im Juni 2010 zwei Wochen in Mexiko unterwegs, wie passend also …
YouTube - Link zu Desperado Trailer (englisch)
Manche Filme muss man nicht mögen, kann sie aber dennoch ganz “cool” finden – so mag man sie letztlich irgendwie dann doch wieder. Dazu gehört für mich Desperados. Während der erste Teil der Triologie wirklich Charme hat, ballert sich in den beiden nachfolgenden Parts ein namenloser Mariachi, gespielt von Antonio Banderas, wild seinen Rachengelüsten hinterher durch Bars, Straßen, öffentliche Plätze und Paläste in Mexiko. Die Action-Szenen entbehren dabei nicht einer gewissen Komik, sieht man mal vom Tanklaster Kunstblut ab, der verheizt wird.
Desperados ist gut gemacht, die Story dabei eher trivial: Ein Boss der Drogenmafia, genannt Bucho (nicht zu verwechseln mit dem phonetisch ähnlich klingenden Käse), erschießt die Geliebte von El Mariachi. Der zieht daraufhin los und tauscht die Gitarre gegen jede Menge nicht jugendfreie Gerätschaften ein. Wer auf etwas anderen Humor steht kommt in diesem Genre-Mix aus Action, Thriller, Drama und Romantik sehr gut auf seine Kosten. Tarantino spielt übrigens eine kleine Nebenrolle in diesem Film und erzählt einen Bartender-Witz
Salma Hayek ballert an der Seite des Mariachis als Carolina.
Meine Lieblingsszene kommt gleich zu Beginn von Desperado: Spannend inszeniert erlebt der Zuschauer in einer erzählten und bebilderten Rückblende, wie El Mariachi loszieht und eine nette Bar in einen glitzernden Berg von Glasscherben verwandelt. Sehr schade um die Bar natürlich, mein erster Gedanke, aber die Szene hat es an Action und der zugehörigen Choreographie wirklich in sich und ist daher sehenswert. Bars kommen in Desperado ebenso häufig vor wie Bartender. Und das bringt mich praktischerweise zum Thema des heutigen Posts, nämlich Tequila und Margaritas
Tequila ist ja bekanntlich die Spirituose aus Mexiko. Tatsächlich werden Herstellung und Abfüllung von Tequila von der “Consejo Regulador del Tequila” (CRT) geprüft und kontrolliert. Grundlage für Tequila ist die Agave, ein Liliengewächs – kein Kaktus! Richtig ordentlicher Tequila wird aus der blauen Agave “Weber Azul” produziert. Die sog. “Jimadores” schneiden zur Erntezeit die harten, spitzen Agavenblätter ab und legen so das sog. “Agavenherz” frei. Mit der Weiterverarbeitung dieser Agavenherzen wird dann später der Tequila erzeugt. Es gibt grob den Tequila Blanco als ungereiften Agavenbrand, den zwei bis drei Monaten in Eichenholz-Fässern gelagerten Reposado und den Añejo, der mindestens ein Jahr im Eichenholz lagern muss. Der sog. “100% Agave” Tequila darf nur in Mexiko abgefüllt werden und ist eine der hochwertigesten Spirituosen die es gibt.
Wer nach Mexiko fährt, dem begegnet der Tequila zuerst im Restaurant, in der Bar oder im Hotel. Tequila wird in Mexiko wie Medizin
behandelt – er verlängert nach Ansicht der Mexikaner das Leben und hilft auch z.B. gegen Halsschmerzen (getestet im Selbstversucht, klappt tatsächlich). Natürlich in Maßen getrunken, nicht in Massen versteht sich! Gegen Montezumas Rache hilft Tequila wohl auch im Vorfeld ganz gut, eingenommen nach einem für europäische Mägen evtl. ungewohntem mexikanischem Essen. Man trinkt richtig guten Tequila einfach pur oder den Blanco auch mit einer Limettenspalte und etwas Salz darauf.
Die “Margarita” wird in Mexiko ganz anders gemixt als in Europa: Man nimmt sehr viel Eis, relativ viel Zitronensaft und nur einen Schuss Orangenlikör und einen etwas größeren Schuss Tequila Blanco. Eine Original-Margarita erinnert daher geschmacklich mehr an gefrorene Limonade als an ein Tequila-Mixgetränk. Die Zubereitung erfolgt im Blender – kurz gemixt erhält man einen schönen, frozen Cocktail, der meist in der Cocktailschale mit Salzrand serviert wird. Verbreitet sind die “Margarita de Limon” und “Margarita de Fresa”, letztere mit Erdbeersirup und ohne Salzrand.
Witzig auch die sog. “Cucaracha” (das bedeutet eigentlich Küchenschabe), die man wie folgt mixt: in ein Shooter Glas ca. drei Teile Kaffeelikör (Khalua) und zwei Teile Tequila Blanco sowie etwas Mineralwasser on top geben. Das Glas mit einer kleinen Serviette abdecken, gut zuhalten und einmal kräftig damit auf den Tisch schlagen (Öffnung nach oben). Durch das Soda sprudelt der Shot jetzt richtig fies und wird gleich “auf Ex” ausgetrunken. Dabei trägt der Trinker einen Sombrero, der Bartender packt seinen Kopf, schüttelt ihn zweimal und ruft dazu “Chaka-Chaka” – genauso fühlt man sich dann auch für einige Sekunden
Den Drink gibt es übrigens auch als “Blue Blazer” Version mit Overproof-Rum statt Mineralwasser on top.
Hier meine Version einer Erdbeer-Margarita, wie ich sie nach meinem Mexiko-Urlaub nun mixe. Ein schöner leichter Sommerdrink, den man genießen kann und der sicher nicht zum berüchtigten “Tequila Moment” führt

Margarita des Fresa mit Zutaten im Hintergrund
Margarita de Fresa
6-7 frische Erdbeeren
5-6 große Eiswürfel
2 cl Corralejo Tequila Blanco
1 cl Catron Triple Sec Curacao
1 Limette, frisch gepresst
1 dash Zuckersirup
Alle Zutaten in einen Blender (elektrischer Mixer) geben, der auch Eiswürfeln standhält, und am besten im “Crushed Ice” Modus ca. eine halbe Minute mixen. Den fertigen Drink in eine Cocktailschale geben, die zuvor mit einem Crusta-Rand aus Salz versehen wurde. Einen solchen Salzrand macht man so: Mit einem Limettenachtel einmal kurz über den Glasrand fahren und den Rand danach auf einem flachen Teller in Salz tauchen. Wer mag, lässt eine Stelle frei zum Trinken für Süßwasser-Landratten
Mexiko ist ein wunderschönes Land und jede Reise wert! Wer nicht spanisch spricht, dem sei eher eine Guided Tour oder eine Rundreise als Pauschalurlauber empfohlen. Da es jede Menge in Mexiko zu sehen und entdecken gibt, wird die Reise dennoch auf keinen Fall “pauschal” verlaufen sondern ein Erlebnis sein. In Yucatan gibt es tropischen Regenwald, jede Menge Maya Ruinen mit tollen Stufenpyramiden, viel Natur mit tropischer Flora und Fauna, Mangroven, Lagunen, Cenotes (Wasserlöcher die über unterirdische Flussläufe verbunden sind und ganz Yucatan bewässern) und freundliche Menschen zum Kennenlernen.
Für Strandurlaub sei die Ostküste Yucatans empfohlen, die mit türkisblauem, karibischem Meer, endlosen feinen Sandstränden und Palmen lockt. Von Deutschland aus fliegt man ca. 10-12 Stunden je nach Strecke. Bei allem Tourismus hat man immer noch gut Gelegenheit, Mexiko so zu erleben, wie es wirklich ist. Tequila kauft man übrigens günstig im mexikanischen Walmart ein, Duty Free am Flughafen oder Spirituosen-Läden haben meist überteuerte Preise. Empfehlen kann ich vor allem die Marken Corralejo, Gran Centenario und die Reserva Premium Tequilas von Cuervo.
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Yeah, Desperado ist einfach ein genialer Film, ich fand ihn sogar besser als seinen Vorgänger… Auch der Drink liest sich klasse, werde ich definitiv mal ausprobieren.
Großes Lob übrigens zu diesem Blog! Erfrischend anders und sehr angenehm und toll geschrieben. Unangenehm ist nur die Farbgebung. Das Dunkelrot auf Schwarz lässt sich einfach gar nicht gut lesen
Danke für Dein Feedback! Farben/Kontrast sehen auf meinem Mac ganz gut aus
aber inzwischen hab ich auch schon Monitore gesehen, da sieht es nicht ganz so doll aus. Bei Gelegenheit passe ich das Layout noch etwas an, nicht gar so dunkel vielleicht, ja
Top! Bin schon gespannt auf deinen nächsten Film…
..ja der Film ist ein Meisterwerk, aber auch der Cocktail ist sehr gut!