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Jun 10

Red Eye – Cocktail

Kategorie: Allgemein, Komödie, Romantik |

Der Drink zum Film: Red Eye mit Bier, Tomatensaft, Zitronensaft, Salz, Pfeffer, Tabasco, ein rohes Ei

Cocktail” (Buena Vista Pictures, 1988) – “Anything else is always something better”, so das berühmte Gesetz von Coughlin aus dem fast ebenso bekannten Film mit Tom Cruise. Der Mann hat Recht, denn immerhin gab es für diesen Streifen Nominierungen für die “Goldene Himbeere”, eine denkbar zweifelhafte Auszeichnung in Hollywood. Dennoch ist “Cocktail” für den heutigen Blog Post mein Thema, denn tatsächlich begann mit diesem Film die Geschichte von Cocktails & Dreams. Ohne Tom Cruise wäre ich sozusagen nie in die Fänge der Barkultur gekommen, es gäbe kein Cocktail-Forum und auch dieser Blog hätte nie das Licht der Welt erblickt. Und ich hätte für immer Gordon’s mit Wasser und Crushed Ice getrunken.


YouTube - Link zu Flair Bartending Szene mit Flanagan und Coughlin aus "Cocktail"

Natürlich hab ich niemals Gordon’s mit Wasser getrunken :-) Dieser Satz war absolut symbolisch gemeint! Aber es steckt ein Funken Wahrheit dahinter: als ich 1996 zum ersten Mal “Cocktail” sah, fand ich den Film einfach toll. Die Handlung war dabei eigentlich egal. Da wurden bunte Drinks gemixt, Partys gefeiert, Flaschen und Shaker herumgeworfen, das ganze “mit melodramatischen Klischees, Binsenweisheiten über Moral und Erfolgsdenken illustriert” (Lexikon des Internationalen Films). Aber gerade deshalb weckte wohl der Film mein Interesse am Cocktail-Mixen. Inspiriert von Flanagan’s eigener Bar am Ende des Films startete ich im Sommer 1997 mit “Cocktails & Dreams” meine erste eigene Website über Cocktails.

Doug: “Coughlin’s Law – Bury the dead, they stink up the place.”

Im Laufe der Jahre beschäftigte ich mich immer intensiver mit der Zubereitung von Drinks und den dazu notwendigen Spirituosen, Likören, Sirupen und Säften. Und bald war mir klar: Das ist absolut wirres Zeug, was der Tom da macht in “Cocktail”. Ein richtiger klassischer Cocktail wird zum Beispiel oft am besten gerührt und nicht wie blöd durch die Luft jongliert. Bei der Trinkkultur geht es um’s Genießen und nicht um wilde Partys. Und vor allem – es muss gut schmecken und nicht nur cool aussehen!

Doug: “Coughlin’s Law – Anything else is always something better.”

Ich glaube, jeder Hobby-Bartender und inzwischen erfolgreiche Connaisseur hat irgendwann angefangen mit einer Flasche Bacardi Ron Superior, Gordon’s Gin, einem billigen Wodka aus dem Supermarkt und jeder Menge Sirup und Saft dazu. Man fährt ja auch Dreirad, bevor man mit dem Auto über die Landstraße cruised. Viele Members der Cocktails & Dreams Community haben sich im Laufe der Jahre weiter entwickelt und sind heute Cocktail-Profis, zum Teil auch hinter richtigen Tresen und vor öffentlichem Publikum.

Brian: “Coughlin’s Law – Never show surprise, never lose your cool.”

Ich denke jedes Jahr bei unseren Forumstreffen zurück an die Zeit, als ich 1997 mit meinem damaligen Amiga 500 Home Computer mit einem Grafikprogramm liebevoll jedem Rezept seinen eigenen Namens-Schriftzug gemalt hatte. Und dann fällt mir die Schlussszene ein von “Cocktail”, wenn Tom Cruise ganz stolz ist auf seine kleine Bar, seine junge Familie und die Kamera einen Schwenk macht auf “Cocktails & Dreams”. Dann bin auch ich ein kleines bisschen stolz darauf, was aus meiner Website, einst in einem Computer-Keller geboren, geworden ist. Eine Plattform, die allen Cocktail Nerds die Möglichkeit zum Austausch gibt für das, was sie am liebsten machen: tolle Drinks mixen und spannende, neue Spirituosen tasten.

Brian Flanagan’s letztes Gedicht: “I am the last barman poet / I see America drinking the fabulous cocktails I make / Americans getting stinky on something I stir or shake / the Sex on the Beach / the schnapps made from peach / the Velvet Hammer / the Alabama Slammer / I make things with juice and froth / the Pink Squirrel / the Three-toed Sloth / I make drinks so sweet and snazzy / the Iced Tea / the Kamikaze / the Orgasm / the Death Spasm / the Singapore Sling / the Dingaling / America you’ve just been devoted to every flavor I got / but if you want to get loaded / why don’t you just order a shot / bar is open”

Nun zum Drink – leider ist der “offizielle Cocktail” zum Film “Cocktail” ungenießbar. Ohne ihn persönlich verkostet zu haben rate ich Euch dringend, die Finger davon zu lassen. Drum gibt’s heute auch kein Bild :-) Dennoch das Rezept zu dem Film, der mich selbst und viele andere motiviert hat, sich näher mit Cocktails auseinander zu setzen.

Red Eye

30 cl Bier
20 cl Tomatensaft
1 dash Zitronensaft
Salz, Pfeffer und roter Tabasco
2 Aspirin
1 Ei

Alle Zutaten werden der Reihe nach in einen großen Bierkrug gekippt und mit Salz, Pfeffer, Tabasco gewürzt. Am Schluß schlägt man das rohe Ei oben drauf und lässt es dort einfach :-) Wer wirklich so irre ist, das mal zu probieren – lasst bitte das Aspirin weg!!! Medikamente und Alkohol sind keine sehr gute Kombination, daher ist davon empfindlichst abzuraten!

Das Aspirin hilft jedoch hervorragend, nachdem Ihr diesen Drink runter bekommen habt … :-)

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von talex | Über den Autor: 1997 gründete Alexander Troppmann die Website Cocktails & Dreams, die sich inzwischen zur größten deutschsprachigen Cocktail-Community entwickelt hat. Zahlreiche Hobby-Bartender und Connaisseure diskutieren dort viele Themen rund um die Barkultur. Seit einigen Jahren betreibt er außerdem den Online-Shop BarFish.de im Internet, eine zuverlässige Quelle für Cocktailzutaten aller Art.

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